Teil 4: Gebremste Freude und thermischer Spaß

Pizza „Alternative“

Freitagmorgen um 10 Uhr standen wir schon wieder auf der Skipiste und freuten uns auf die erste Toddler-Privatstunde am Babylift. Wir übten zunächst das Pflugfahren, um das Bremsen zu lernen. Neuere Lehrmethoden verzichten zur Veranschaulichung des Bremsverhaltens auf die Pizzamethode und bedienen sich stattdessen des Bildes vom Bootfahren. Ein großes Boot heißt Skispitzen zusammen und Ski hinten weiten auseinander. Das bedeutet langsame Fahrt. Je enger die Ski hinten zusammen laufen, desto schneller wird’s. All das mündet letztendlich in parallelen Ski, viel Tempo und heißt „Polizeiboot“. Der Hafen symbolisiert langsame Fahrt und steht somit für Bremsen. Eigentlich ein sehr anschaulicher Vergleich und die erste Lektion der Privatstunde klappte auch gut.

 

Ansichten eines Kindes

Nun kamen die Abfahrten an die Reihe. Die erste lief bestens und mit Spaß. Michael war nahebei und dokumentierte. Offenbar lenkte das Mathilda mit der Zeit ein wenig ab, sodass die Konzentration auf die Skilehrerin nicht optimal war. Ich beobachtete das Geschehen von unten, um Mathilda zu empfangen und zu loben. Nach der Hälfte des Unterrichts kam das Unternehmen ins Stocken. Es sah nach Meinungsverschiedenheiten aus und diskutieren. Kinder mögen zwar klein sein, ihr Wille ist jedoch groß und eigene Ansichten wollen durchgesetzt werden.

Bremsen ist langweilig

So auch hier. Mathilda wollte „Polizeiboot“ sein und nicht „Pflug“. Mit Speed sollte es den Hang hinunter gehen. Sie ist ein „speedfreak“ mit ausgeprägtem Temperament und wollte flotte Fahrt aufnehmen, um in der nautischen Symbolik zu bleiben. Das wiederum erlaubte die Skilehrerin nicht, denn bevor man Tempo aufnehme, solle man doch zuerst die Bremsen kennen. Wie wollte man das aber einer Zweijährigen vermitteln? Sie wird doch von Lehrer oder Eltern aufgefangen. Wo soll da eine Gefahr sein? Schwierige Situation. Wichtig ist, dass der Spaß bleibt, die Leichtigkeit, die Freude. Damit das Erlebnis auf Ski positiv ist und dieser Skistunde weitere folgen können. Das gelang uns an diesem Vormittag, wenn auch mit einiger Mühe. Wir entspannten uns bei Fleischkäsbrötchen und beschlossen für den Nachmittag einen Ausflug mit dem Ziel: Fun, Fun, Fun.

 

Flüssiger, dampfender Schnee

Und eben diesen Spaß erwarteten wir uns in der THERME AMADÉ in Altenmarkt. Das sei ein absolutes Highlight jedes Besuches im Salzburgerland, versicherte man uns beim Tourismusverband Flachau, insbesondere die Einzelloopingrutsche sei grandios und vor allem: „Einzigartig in Österreich“. „Also dann, los“, sagte Michael und in freudiger Spannung bestiegen wir das pistenkids-Mobil in Richtung Altenmarkt.

Wasserspiele für groß und klein

Die Begrüßung war sehr freundlich. Unser Guide führte uns durch eine abwechslungsreiche Bade- und Saunalandschaft mit einer Fläche von ca. 30.000 qm! Das hört sich als bloße Zahl recht nüchtern an, doch die THERME AMADÉ ist ein superschöner Riesenkomplex. Elf Schwimmbecken für verschiedenste Anwendungen, fünf Themensaunen, eine Dampfgrotte und ein Hamam wurden erkundet und im Detail erklärt. Auch an die Kids wird im Amadé gedacht – kostenlose Buggys, ein Wickeltisch und zwei Reisebetten für Babys. Perfekt.

Ideal für Kids

Für das leibliche Wohl wird im großzügigen Gastronomiebereich gesorgt. Auch hier werden die Kleinen, wie es sich für ein Familienbad gehört, nicht vergessen. Es gibt eine schöne Auswahl an Kindergerichten und Kinderhochstühlen. Wer im Urlaub Kindergeburtstag feiern möchte, ist hier genau richtig. In den Sommerferien soll es außerdem eine Kinderanimation geben, ein Kinderspielplatz ist in Planung.

Förderung von Bewegung und Atmung

Baby- und Kleinkinderschwimmen macht den Kleinen nicht nur Spaß, sondern fördert Atmung, Bewegungskoordination und die Konzentrationsfähigkeit. Gerade im ersten Lebensjahr werden grundlegende motorische Fähigkeiten erlernt. Schon für Babys ab drei Monaten ist Schwimmen eine ideale Unterstützung und deshalb eine empfehlenswerte Ergänzung zum pistenkids-Bewegungskonzept. Und „snow is only frozen water“ – man kann nie früh genug beginnen, das Element Wasser, sei es in flüssigem oder festem Zustand, spielerisch kennenzulernen.

Nun aber hinein!

Nach der informativen, ausführlichen und witzigen Runde mit unserem Guide, sprangen wir selbst in das wohlige Nass. Mathilda liebt Wasser und schwimmt auch schon seit sie drei Monate alt ist. Das Wellenbad war ihr zunächst etwas unheimlich, dann genoss sie aber das Auf und Ab und das Schaukeln im Rhythmus der (simulierten) Kraft der Elemente. Wir können die Therme nur empfehlen, sie ist viel mehr als eine wunderbare Alternative bei schlechtem Wetter. Wasser ist das Urelement und das THERME AMADÉ trägt dem trotz Hightech-Anwendungen auf vielfältige Weise Rechnung. Und die Einzelloopingrutsche? „Absolut genial“, sagt Michael Paatz, „Speed und Action“. Guter Tipp vom Tourismusbüro Flachau.

“Hoagascht” heißt slow food auf “pongauerisch”

Zum Abschluss unserer Tage in Flachau gönnten wir uns noch einen Abend im Hoagascht. Das lässige Ambiente mit „chilliger“ Musik in ungezwungener, uriger Atmosphäre, die persönliche Note durch den Wirt und das spezielle Essen machen diese Location zu einem meiner Lieblingsplätze. Ein Aperitif mit essbarer Blüte stimmte uns auf den Abend ein.

 

Hier kocht der Wirt noch selbst

Wir wollten uns überraschen lassen und baten den Wirt um ein Menü à la surprise. Im Hoagascht steht der Herr nämlich noch selbst am Herd und ist berüchtigt für seine lukullischen Abenteuer. Und das Warten hat sich gelohnt. Es wurde ein Oktopus-Carpaccio kredenzt – so zart, wie ich es noch nie serviert bekam. Dem folgte ein kross gebratener Saibling auf Rote Beete mit einem ebensolchen Risotto. Das war ein Erlebnis für alle Sinne. Als süße Krönung tischte der Hoagascht-Wirt ein Mango-Sorbet mit warmer Schokotarte auf. Lecker und eine Hommage an die mediterrane Küche. Zur Abrundung nahmen wir an der gemütlichen Bar den einen oder anderen Haselnussschnaps – bodenständig, von heimischem Gewächs. So beschloss ein schöner Abend eine tolle Woche.

 

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