Teil 3: Selbstreflexion über Sprache und Sport

Here comes the sun

Gut präpariert starteten wir in den Donnerstagmorgen. Und wer begrüßte uns wieder in bester Laune? Die Sonne! „Und täglich grüßt das Murmeltier“, kam uns in den Sinn. Nicht, dass wir uns beschweren wollen über das herrliche Wetter. Es hatte lediglich etwas von diesem „die Zeit läuft in sich selbst, und zeigt sich täglich von seiner besten Seite“-Effekt. So zogen wir gut gelaunt bergan für das letzte Interview. Ich war besonders aufgeregt, denn dieses Mal sollte ich selbst Rede und Antwort stehen.

Sprachen sind das Tor zur Welt

Nach einer Weile legte sich die Nervosität, ich sprach von meinen Eindrücken mit der bilingualen Kita in Köln, die unsere Tochter Mathilda besucht, seit sie 20 Monate alt ist. Die Erfahrungen sind sehr gut und meine anfänglichen „Sorgen“, mein Kind in fremde Hände zu geben, zeigten sich schon bald als unbegründet. Wir entschieden uns unter anderem für einen frühen Kitastart, weil wir den Zweitsprachenerwerb in den ersten drei Jahren für sehr wichtig halten. Wir wurden übrigens nicht enttäuscht, denn Mathilda lässt tatsächlich schon das eine oder andere englische oder spanische Wort einfließen.

Früh übt sich …

Die Kinder erwerben insbesondere in den ersten drei Jahren wichtige Grundlagen, die im späteren Verlauf des Lebens manches erleichtern. Das gilt für den Spracherwerb ebenso wie für motorische Fähigkeiten. Unsere Entscheidung für die Kita entspricht damit im Grunde der Theorie des Impliziten Lernens von Prof. Dr. Memmert. Zu pistenkids passt auch, dass Sport in meinem Leben immer eine große Rolle spielt, insbesondere Board-, Fun- und Schneesportarten faszinieren mich ganz besonders. Ich würde fast sagen, dass „mein Gespür für Schnee“ im Verbund mit frühkindlichem Spracherwerb letzten Endes zum pistenkids-Projekt geführt hat.

Wieder im pistenkids-Mobil

Nach meinem Interview, das mich zugegebenermaßen mehr bewegte als ich zuvor dachte, ging es mit dem Filmteam rasant die Piste hinunter. Die Bedingungen waren weiterhin ideal und wir genossen eine der wenigen Abfahrten, die wir zwischen den Drehs einschieben konnten. Das war ein wunderbarer Spaß nach der vielen Arbeit und gleichzeitig eine ideale Gelegenheit, den Kopf freizubekommen. Denn an der Talstation des Space Jet warteten schon Luca und Mara. Sie nahmen im pistenkids-Mobil Platz und wir fuhren dank der bequemen Cyber-Sitze sicher zur Piste.

Freies Fahren mit Papa auf der Piste

Als Belohnung für die Geduld bei den Dreharbeiten warteten noch einige schöne Abfahrten auf die Kids. Mathilda durfte dabei mit Papa Paatz auf die Piste. Weil sie noch nicht sicher bremsen kann, haben wir eine leichte Führungsleine, das Theraband, eingesetzt. Das gibt eine gewisse Sicherheit – und zwar Kindern und Eltern gleichermaßen. Auch wenn eine solche Führungsleine in Skischulen nicht eingesetzt wird, war uns die Sicherheit in diesem Fall das Wichtigste. Wir wollten mit dem „schnellen“ Nachwuchs sicher hinunter, und das kamen wir.

Gute Nacht Freunde

Wie das im Leben so ist, kommen sich Menschen in außergewöhnlichen Situationen näher. So war es auch bei den spannenden und ereignisreichen Drehtagen in Flachau. Unsere pistenkids-Crew, die Kinder, das Filmteam und die vielen Freunde vor Ort – wir alle rückten im Sinne der Sache eng zusammen (Danke!). Deswegen war der Moment, als für das Kamerateam die Zeit zu gehen kam und nur noch ein letztes Servus im Stehen blieb, ein wenig sentimental.

Zwei Tage länger in Flachau: „Juchhu!“

Die pistenkids-Crew hatte hingegen beschlossen, dass das grandiose Wetter in Flachau und die Gegebenheiten vor Ort quasi nach einer Verlängerung unseres Aufenthaltsortes schrien. Von zwei weiteren Tagen Unterricht für Mathilda versprachen wir uns weitere Einsichten zur Präzisierung und Verfeinerung des pistenkids-Projekts. Und was sagte Mathilda selbst? „Juchhu!“. Was sonst?

Vom Trampolin zum Transfer und zurück

Mit der Vorfreude auf zwei weitere Tage im herrlichen Salzburgerland ließen wir den Tag in Ruhe auf dem großen Spielaußengelände des Centrals ausklingen. Mathilda war die Freude anzumerken, sie tobte und jauchzte. Insbesondere das in den Boden gelassene Trampolin hatte es ihr angetan. Selbstverständlich blieb uns auch hier unser pistenkids-Projekt im Sinn. Denn Trampolinspringen schult das Balance- und Raumgefühl. Das ist sehr wichtig für alle Sportarten, bei denen Gleichgewicht eine zentrale Rolle spielt – wie zum Beispiel beim Ski- und Boardfahren. Über dieses Thema hatten wir schon bei unserem Kitabesuch mit Frau Höller gesprochen. Wie wichtig der Transfer von im Kindesalter erfahrenen Grundfähigkeiten auf konkrete Sportarten ist, zeigt sich wirklich überall.

Der letzte Transfer des Tages war indes nicht frühkindlich, sondern eher frühabendlich. Wir fuhren ins Appartement und verbrachten einen ruhigen Abend. So ganz ohne Hausaufgaben. Wir waren müde – und glücklich.

Soviel für den Moment. Der vierte Teil ist im Moment nach fragmentarisch, folgt aber in Kürze.

Bis dahin. Liebe Grüße

Eure Loretta Langendörfer

 

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